Riesenrad, Autoscooter, Achterbahn, Kettenkarussell, Schiffsschaukel und die obligatorische Raupe: Nichts fehlt auf der Rheder Kirmes. Was für vier Tage am letzten Augustwochenende wieder Zehntausende von Besuchern in ihren Bann ziehen dürfte, kann im Rheder Spielzeugmuseum Max und Moritz bereits erlebt werden: Museumsleiterin Eva Gutersohn lässt die Rheder Kirmes aufleben. Der Jahrmarkt ist eine der ältesten weit und breit, feiert in diesem Jahr das 365-jährige Bestehen und ist somit urkundlich erstmals 1661 erwähnt worden.
„Die Menschen in Rhede und Umgebung sind ja kirmes-verrückt“, erzählt die langjährige Expertin von Max-und-Moritz, die in ihren regelmäßigen Sonderausstellungen immer wieder neue Ideen kreiert.
Und die Rheder Kirmes in Miniatur und aus Holz hat es in sich, wieder mit vielen naturgetreuen Details. Ein Teil der ausgestellten Modelle stammen aus den Jahren ab 1950 bis Ende 1960, die Gutersohn von einem begeisterten Bastler vor Jahren erworben hat. Und am Riesenrad und am Flugkarussell leuchten die kleinen Birnchen auf und geben dem Ganzen ein besonderes Flair. Von den Wänden grüßt auf großformatigen Fotos ein lustiges Kirmespublikum aus früheren Jahrzehnten, besonders von der Wiedereröffnung 1949 nach dem Zweiten Weltkrieg.
Zu Kirmesfreuden vor der Jahrhundertwende gehörten laut Ausstellungshinweis zum Beispiel: Festtagsschmaus zu Hause wie zum Beispiel Knockepott, Moppenbuden, umherziehende Händler, Gaukler, Komödianten, Kaspertheater für Jung und Alt sowie Tanz und Spiel.